Gedanken zum Jahreswechsel 2019/2020

Weihnachten und der Jahreswechsel laden immer wieder dazu ein, zurückzuschauen und vorauszublicken. Was hat sich seit dem letzten Mal geändert? Das gilt für den familiären Bereich, aber sicher auch für die Kommunalpolitik

Vor vier Jahren habe ich bei meinen Weihnachtsgrüßen in der letzten Kreistagssitzung einen Buchtitel zitiert: „Das Ende der Welt, wie wir sie kannten“. Inzwischen hatten wir zwei Rekordsommer, den von 2018 mit extremer Trockenheit und den von 2019 mit neuen Hitzerekorden. Vielleicht ist das ja schon ein Stück Abschied von der Welt, wie wir sie kannten. Die Veranstaltungen am 26. Juli und am 22. Oktober im Landratsamt zu den Folgen des Klimawandels im Landkreis Bamberg und den Möglichkeiten einer Anpassungsstrategie für den Landkreis, an der wir im kommenden Jahr weiterarbeiten werden, haben für mich deutlich gezeigt, dass uns dieses Thema in den nächsten Jahren zunehmend beschäftigen wird.

Passend dazu möchte ich an ein besonderes Weihnachten erinnern und zwar an das von 1968. Am 24. Dezember 1968 flog die amerikanische Raumfähre Apollo 8 mit drei Mann Besatzung erstmals um den Mond. Ziel der Mission war die Erkundung der Mondrückseite und die Vorbereitung einer Mondlandung, die ja dann ein Jahr später erfolgte.

Bei der dritten von insgesamt acht Umrundungen des Mondes geschah etwas Außergewöhnliches. Die Fenster der Raumkapsel waren bis dahin immer senkrecht nach unten auf den Mond ausgerichtet, um die besten Beobachtungen und Fotos der Mondoberfläche machen zu können. Bei dieser dritten Umrundung hatte der Kapitän das Raumschiff so gedreht, dass die Fenster in Flugrichtung zeigten. Und so wurden die drei Astronauten Zeugen eines atemberaubenden Schauspiels:

Hinter dem Horizont des Mondes ging plötzlich die Erde auf!

Geistesgegenwärtig schoss einer der drei Astronauten ein Schwarz-Weiß-Foto von diesem Anblick, legte dann einen Farbfilm in die Kamera und machte weitere Bilder. 

Seit diesem 24. Dezember 1968, also seit 51 Jahren, haben wir farbige Bilder von unserem Planeten.

Die Fotos zeigen das Blau des Meeres, das Braun-Gelb der Steppen und Wüsten, das Grün der Regenwälder und das Weiß der Wolken.

Sie zeigen ebenso die Einzigartigkeit der Erde im weiten Weltraum.

Sie zeigen auch eine hauchdünne hellblaue Atmosphäre, ohne die auf der Erde kein Leben möglich wäre.

 Wenn wir an Weihnachten den Stern von Bethlehem betrachten und die Worte hören: „Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade“, dann sollten wir uns vielleicht an dieses Bild vom Aufgang der Erde erinnern. Seit über 50 Jahren zeigt es uns diesen wundervollen und einzigartigen, blauen Planeten. Seit über 50 Jahren erinnert es uns daran, wie verletzbar, zerbrechlich und bedroht unsere Erde ist.

 Ich wünsche Ihnen alles Gute für 2020 und die Ruhe und die Zeit, darüber nachzudenken, dass wir keinen Planeten B haben. 

Tobias Sieling

FreitagsBlog

Die ÖDP Bamberg verwendet Cookies, um diese Website Ihren Bedürfnissen anzupassen. Zu den Cookie-Nutzungsbestimmungen